Start Bundesregel

Information zur Bundesregel:

 

Die Bundesregel ist die Satzung an die sich alle Mitglieder des WVDB halten sollten. Sie ist das leitende Regelwerk, nachdem der WVDB organisiert ist.

 

Die Bundesregel:

 

Präambel

Der Wandervogel Deutscher Bund ist eine politisch und konfessionell unabhängige Gemeinschaft von jungen Menschen.

Wir wollen uns gegenseitig zu religiöser, kultureller, politischer und sozialer Verantwortung im persönlichen und gesellschaftlichen Leben erziehen und dadurch den einzelnen für selbständige Entscheidungen und tätiges Mitgestalten einer humanen Gesellschaft bereitmachen.

I. Ziele

Der Wandervogel Deutscher Bund ist aus der Tradition der Wandervogelbünde der Jugendbewegung der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts entstanden. Wir fühlen uns den Ideen dieser Jugendbewegung und der auf sie in der Weimarer Zeit folgenden Bündischen Jugend innerlich verbunden. Dabei sind wir uns bewußt, daß wir, wenn wir auf dieser Tradition aufbauen, auch aus Fehlern lernen müssen, die in der Vergangenheit gemacht wurden. Wir betrachten den Inhalt der Meißnerformel von 1913 als wesentlich für unseren Bund:

 

"Die Freideutsche Jugend will aus eigener Bestimmung, vor eigener Verantwortung, mit innerer Wahrhaftigkeit ihr Leben gestalten. Für diese innere Freiheit tritt sie unter allen Umständen geschlossen ein. Zur gegenseitigen Verständigung werden Freideutsche Jugendtage abgehalten. Alle gemeinsamen Veranstaltungen der Freideutschen Jugend sind alkohol- und nikotinfrei."

 

Der Wandervogel Deutscher Bund ist ein Jugendbund, in dem die Heranwachsenden die Möglichkeit haben, sich ihren Anlagen entsprechend kulturell, geistig, praktisch und sozial zu betätigen. Wir fördern die Entwicklung der Phantasie und Kreativität unserer Mitglieder und wecken in ihnen Interesse und Engagement. Besonderen Wert legen wir auf eigenverantwortliches Handeln und das Übernehmen von Verantwortung für andere.

 

Wir lehnen es als Gemeinschaft ab, uns an Parteien, Konfessionen; Erwachsenenverbände oder sonstige Interessengruppen zu binden, die verhindern, daß der junge Mensch selbst seine Persönlichkeit finden und entfalten kann, für verschiedene weltanschauliche Richtungen offen und selbstbewußt, frei und entscheidungsfähig wird.

 

Wir lehnen Alkohol, Nikotin und andere suchtfördernde Mittel ab. Die Mitglieder des Wandervogels Deutscher Bund enthalten sich deshalb auf allen Veranstaltungen des Bundes des Genusses von Alkohol, Nikotin und anderen suchtfördernden Mitteln. Alle Mitglieder sorgen dafür, daß dies eingehalten wird.

 

Eine Arbeit im Sinne des Wandervogels Deutscher Bund ist nur innerhalb einer freiheitlichen Gesellschaft möglich. Wir bekennen uns zu den - unter anderem im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland und in der UN-Charta festgelegten - Grundrechten des Menschen.

 

Wir erkennen, daß der gegenwärtige Zustand der Gesellschaft wesentlich durch Materialismus und Kommerzialisierung bestimmt ist, daß alles auf einen unmittelbaren praktischen Nutzen ausgerichtet wird und daß die Beziehungen der Menschen untereinander von Unverbindlichkeit und zunehmender Brutalität geprägt sind. Wir glauben, daß darin die Hauptgefahren für das geistige und physische Überleben der Menschheit liegen. Daher wollen wir im Wandervogel Deutscher Bund ideelle Vorstellungen entwickeln und einen Freiraum für eine bessere und unabhängige Entwicklung schaffen. Wir setzen uns für die gewaltfreie Lösung von Konflikten ein.

 

Die vorwiegend technische und intellektuelle Ausrichtung der Gesellschaft wollen wir im Wandervogel Deutscher Bund durch geistige, musische, praktische und soziale Bestätigung ergänzen. Dabei wenden wir uns gegen jede Art von Spezifizierung des Wandervogel Deutscher Bund.

 

Bei unseren Begegnungen mit der Natur, besonders auf unseren Fahrten, erkennen wir die Abhängigkeit des Menschen von ihr und die Wachstums- und Lebensgesetze in ihrer lebenserhaltenden und regenerativen Wirkung auf den Menschen. Daher setzen wir uns im Wandervogel Deutscher Bund für den Schutz der Gesundheit des Menschen und der Natur ein und fordern eine Politik und eine Wirtschaftsentwicklung, die sich an ökologischen Gesichtspunkten orientieren. Zukünftigen Generationen dürfen nicht die Lasten unseres sorglosen Umgangs mit der Erde aufgebürdet werden, vielmehr müssen Fehlentwicklungen beendet und Schäden behoben werden.

 

Wir setzen uns für die Förderung einer an den natürlichen Bedürfnissen,Wünschen und Hoffnungen des Menschen orientierten kulturellen, sozialen und qualitativ-wirtschaftlichen Entwicklung ein. Als Forderung ergibt sich hieraus die Verbesserung der gesellschaftlichen Lebensbedingungen, insbesondere die Verwirklichung sozialer Gerechtigkeit und die Möglichkeit umfassender Bildung bei uns und in der Welt.

 

Wir sind bereit, nach den uns als wahr und gut erscheinenden menschlichen und ethischen Idealen zu streben und uns für sie einzusetzen, um zu einer Verbindlichkeit unseres Handelns zu kommen.

 

Die festgefügte Gruppe mit Gruppenführer bildet für uns als kleine überschaubare Einheit die angemessene Form jugendlichen Zusammenlebens. Vor allem in den Gruppen können die Mitglieder Kameradschaft und Freundschaft erfahren, Aufgaben bewältigen und Verantwortung übernehmen. Indem sie sich freiwillig in eine Gemeinschaft einordnen, entwickeln sie Rücksicht, Aufrichtigkeit, Selbstdisziplin und die Fähigkeit, konstruktiv an Problemen zu arbeiten. Wir wollen dadurch unseren Erfahrungsraum erweitern und zu einer umfassenden Betrachtung des Menschen und der Welt gelangen.

 

II. Wege

 

Das Leben im Wandervogel Deutscher Bund soll an den Bedürfnissen der Geschlechter und der verschiedenen Altersstufen unserer Mitglieder ausgerichtet sein.

 

Ab einem Alter von acht bis zehn Jahren sind Kinder in der Regel in der Lage, zusammen mit anderen ohne die Leitung von Erwachsenen unter der Anleitung ihrer Gruppenführer selbständig ihr Gruppenleben zu gestalten. Ab einem Alter von etwa 14 Jahren sind sie in der Regel fähig, bewußt Verantwortung in der Gruppe oder im Ortsring zu übernehmen.

 

Der Wandervogel Deutscher Bund besteht in erster Linie aus Gruppen. Eine Gruppe ist ein Zusammenschluß von einem Gruppenführer und etwa vier bis zehn weiteren Gruppenmitgliedern, die bereit sind, die Ziele des Wandervogels Deutscher Bund zu vertreten und die daraus entstehenden Verpflichtungen zu übernehmen. Die Gruppe besteht über einen Zeitraum von einigen Jahren und bildet eine feste Einheit. Danach sollen die Gruppenmitglieder die Erfahrungen, die sie in ihrer alten Gruppe gemacht haben, weitergeben und umsetzen, indem sie ihrerseits als Gruppenführer neue Gruppen mit Jüngeren aufbauen oder sich aktiv in die Ortsring-, Gau- und Bundesarbeit einbringen.

 

Der Gruppenführer sollte möglichst schon Erfahrung im Gruppenleben gesammelt und an einem Gruppenführerlehrgang teilgenommen haben. Er vertritt die Gruppe gegenüber übergeordneten Zusammenschlüssen und trägt die Verantwortung für seine Gruppenmitglieder auf allen Zusammenkünften. Er leitet die Gruppenmitglieder an, Verantwortung für sich und andere zu übernehmen und aktiv im Wandervogel Deutscher Bund mitzuarbeiten. Der Gruppenführer soll ein gutes persönliches Verhältnis zu allen Gruppenmitgliedern haben und auch zu deren Eltern guten Kontakt halten.

 

Der Inhalt der Gruppenarbeit soll immer bewußt an den Zielen des Wandervogels Deutscher Bund orientiert sein. Auf Fahrten, Lagern und Treffen sowie in Gruppenstunden wollen wir diesen Zielen gerecht werden. Die Gruppe trifft sich üblicherweise einmal wöchentlich zur Gruppenstunde von in der Regel mindestens zwei Stunden Dauer. Diese Gruppenstunden sollen nach einem regelmäßigen inhaltlichen Programm durchgeführt werden, dazu können zum Beispiel Singen, Musizieren, Werken, Tanzen, Spielen im Raum und im Freien, naturkundliche Wanderungen, praktischer Natur- und Umweltschutz, Vorlesen und Diskutieren gehören. Durch die gemeinsame Ausübung von handwerklichen, spielerischen, künstlerischen, körperlichen und geistigen Tätigkeiten soll eine den Anlagen des Menschen entsprechende ganzheitliche Bildung verwirklicht werden. Es werden außerdem die nächsten Treffen und Fahrten geplant, Kassengeschäfte erledigt und allgemeine organisatorische Dinge besprochen.

 

An den Wochenenden und in den Ferien unternehmen die Gruppen Wanderungen und Fahrten in die nähere und weitere Umgebung. In den großen Ferien werden auch mehrwöchige Fahrten in Deutschland und im Ausland unternommen. Die Gruppen nehmen auch öfter an Lagern und Treffen des Bundes teil. Fahrten und Lager sollen so geplant werden, daß allmählich der Radius vergrößert wird (vom Nahen zum Fernen, von der Tageswanderung zur Großfahrt, von der Gruppenunternehmung zum überbündischen Lager). Durch Kennenlernen anderer Völker und Kulturen auf Fahrten wollen wie die Verständigung der verschiedenen Völker untereinander fördern. Deshalb ist eine gute Vorbereitung zur Geschichte und Kultur des Fahrtengebietes notwendig.

 

Auf unseren Fahrten wollen wir möglichst unabhängig, einfach und gesund leben. Deshalb wandern wir in der Regel, tragen unser Gepäck mit uns, bereiten unser Essen selbst zu und übernachten zum Beispiel in der Kothe oder beim Bauern in der Scheune. Die Fahrt ist eine Schulung für Körper und Geist, bei der unter anderem Improvisations- und Koordinationsfähigkeit und Durchhaltevermögen gefördert werden. Darüber hinaus sind uns Naturerfahrung, der Kontakt mit der Bevölkerung unseres Fahrtengebietes und der Besuch von Sehenswürdigkeiten wichtig.

 

Der Ortsring unterstützt die Gruppen in ihrer Arbeit, vertritt sie gegenüber lokalen Behörden und Organisationen und hält Kontakt zu anderen Bünden und Gruppierungen auf lokaler Ebene. Es finden Ortsringtreffen, Fahrten und Lager statt, zu denen sich alle Mitglieder des Ortsrings zusammenfinden, um gemeinsam etwas zu unternehmen.

 

Wichtig ist auch die Elternarbeit auf Ortsringebene, weil daraus eine positive Einstellung zum Wandervogel Deutscher Bund und eine Unterstützung der Gruppen- und Ortsringarbeit folgt. Aus den gleichen Gründen ist auch Öffentlichkeitsarbeit auf Ortsringebene sinnvoll. Hierzu werden von den Ortsringen Elternabende und Informationsveranstaltungen durchgeführt, in denen der Wandervogel Deutscher Bund, der Ortsring und seine Gruppen in ihrer Arbeit vorgestellt werden. Zur Information seiner Mitglieder und der Eltern kann der Ortsring auch einen Rundbrief oder ein Mitteilungsblatt herausgeben.

 

Die Gaue und der Bund vertreten durch ihre Führungsgremien die Gruppen und Ortsringe gegenüber regionalen und überregionalen Behörden und Institutionen und halten Kontakt zu anderen Bünden und Gruppierungen auf regionaler und überregionaler Ebene. Sie führen Treffen, Lehrgänge, Seminare, Fahrten und Lager durch, die zum einen dazu dienen, den Zusammenhalt der Gruppen, Ortsringe und Einzelnen untereinander zu fördern und ihnen die Ideen des Wandervogel Deutscher Bund nahezubringen. Zum anderen dienen sie der Information und Bildung vor allem der Älteren in sozialer, gesellschaftspolitischer, musischer, kultureller, handwerklicher, praktischer, wirtschaftlicher und ökologischer Hinsicht sowie der Aus- und Weiterbildung der Gruppenführer auf einer gleichartigen Grundlage für den gesamten Bund.

 

Für die Älteren ergibt sich die Aufgabe, ihre im Wandervogel Deutscher Bund gewonnenen Erfahrungen bei der Heranführung jüngerer Mitglieder an die Ziele und Ideale des Bundes weiterzugeben. Ältere, die sich nicht direkt in den Ortsringen, im Gau oder im Bund engagieren, können sich zu Älterenkreisen zusammenfinden, die zum Beispiel Seminare veranstalten, eigene Fahrten unternehmen, sich mit dem Erstellen von Zeitschriften und Thesenpapieren befassen, an überbündischen Aktivitäten teilnehmen oder die Bundesarbeit im Rahmen von Projekten für den Bund unterstützen.

 

Wir sehen es als sinnvoll an, wenn sich Ältere, die aus dem Bund herausgewachsen sind oder sich in der Phase der Familien- und Existenzgründung aus der Bundesarbeit zurückgezogen haben, zu gemeinsamen Unternehmungen außerhalb der direkten Bundesarbeit zusammenfinden. Sie sollten sich dabei verantwortlich in der Gesellschaft einsetzen und dort ihren Anschauungen gemäß weltanschaulich und politisch Stellung beziehen.

 

III. Organisationen

 

Alle im folgenden Abschnitt genannten Bezeichnungen für Mitglieder und Ämter gelten sowohl für weibliche als auch für männliche Mitglieder.

A. Mitgliedschaft
  1. Mitglied im Wandervogel Deutscher Bund ist, wer an Veranstaltungen des Bundes teilnimmt und seine Bundesbeiträge gezahlt hat.

    Jedes Mitglied hat das Recht auf Information über die Veranstaltungen des Bundes und auf die Beantragung und den Empfang der zur Verfügung stehenden und vom Bundeskapitel bewilligten Zuschüsse. Außerdem ist es berechtigt, die Gruppenämter seiner Gruppe mitzuwählen.

  2. Ständiges Mitglied im Wandervogel Deutscher Bund ist, wer in der Regel seit einem Jahr aktiv im Sinne dieser Bundesregel mitwirkt und seinen Bundesbeitrag gezahlt hat. Ständige Mitglieder werden von ihrem Ortsring bestätigt.

    Das ständige Mitglied hat das Recht, in dem Ortsring, dem es angehört, die Ortsringämter mitzuwählen. Es hat ebenso das Recht, in dem Gau, dem es angehört, die Gauämter mitzuwählen. Das ständige Mitglied kann sich zu allen Ämtern seines Ortsrings und Gaues außer zum Gauführer wählen lassen.

  3. Greifenträger kann werden, wer ständiges Mitglied ist und gezeigt hat, daß er fähig und gewillt ist, die Zielsetzung des Wandervogels Deutscher Bund zu unterstützen und eigene Verantwortung zu übernehmen und zu tragen. Das Mindestalter beträgt in der Regel 14 Jahre.

    Zur Beurteilung dienen im allgemeinen zum einen das Verhalten des Mitgliedes bei Gruppenstunden und Fahrten, auf mindestens einer Großfahrt, sowie die Mitarbeit bei Veranstaltungen des Bundes während mindestens eines Jahres, zum anderen seine bisherige Entwicklung und die vermutliche Wirkung der Aufnahme als Greifenträger auf sein künftiges Verhalten.

    Die Vorschläge zur Aufnahme als Greifenträger werden durch die Ortsringführer, nachdem sie sich mit den Greifenträgern ihres Ortsringes abgestimmt haben, oder durch andere Greifenträger dem Bundeskapitel mitgeteilt. Das Bundeskapitel kann die Aufnahme in begründeten Fällen mit 2/3-Mehrheit ablehnen. Die Aufnahme als Greifenträger erfolgt durch den Bundesführer auf einem Bundeslager. Die Bundesführung kann eine Aufnahme ablehnen.

    Greifenträger sollen andere junge Menschen gewinnen, die die in Abschnitt I dieser Bundesregel enthaltenen Ziele verwirklichen helfen. Deshalb setzen sie sich mit ihren Kenntnissen und Erfahrungen für den Aufbau und die Anleitung neuer und bestehender Gruppen des Wandervogel Deutscher Bund ein, mit der Absicht diese zu dauerhaften verbindlichen Gemeinschaften zu formen. Wichtig ist das Hinführen zu sozialer Verantwortung und Verantwortlichkeit gegenüber sich selbst.

    Der Greifenträger ist berechtigt,
    - als Bundeszeichen den nach rechts fliegenden silbernen Greifen auf blauem Grund zu tragen,
    - an allen Sitzungen der Führungsgremien des Wandervogel Deutscher Bund ohne Stimmrecht teilzunehmen (Ausnahmen III.G.3),
    - sein aktives Stimmrecht beim Bundesthing auszuüben,
    - sich in alle Ämter des Bundes oder zum Gauführer wählen zu lassen.

  4. Gruppenführer sollen ständige Mitglieder sein und sich mit den Zielen des Wandervogels Deutscher Bund beschäftigt haben. Sie müssen aber nicht Greifenträger sein.
    Sie haben die Verpflichtung, an Sitzungen des Führungskreises ihres Ortsringes teilzunehmen und ihre Gruppen von dessen Beschlüssen in Kenntnis zu setzen.

  5. Gruppierungen, die außerhalb von bereits bestehenden Ortsringen oder Gruppen entstehen und nicht von einem Greifenträger geführt werden, bedürfen für ihre Mitgliedschaft der Bestätigung des Bundesthings. Diese Bestätigung kann erfolgen, wenn die Gruppierung seit mindestens einem Jahr von einem Bundeslager zu Pfingsten bis zum nächsten regelmäßig an Veranstaltungen des Wandervogel Deutscher Bund teilgenommen hat. Während dieser Zeit muß ein bestehender Ortsring oder eine bestehende Gruppe die Patenschaft für sie übernommen und mit ihr engen Kontakt gehalten haben. Dieser enge Kontakt soll auch weiterhin aufrechterhalten werden. Die Bundesführung achtet darauf, daß solchen Gruppierungen die Zielsetzungen des Wandervogels Deutscher Bund eindeutig klarwerden, daß sie diese verstehen und daß sie bereit sind, sich in den Bund einzufügen.

    Die Mitgliedschaft einer Gruppe im Bund erlaubt ihr, den Namen „Wandervogel Deutscher Bund“ zu führen.



B. Austritt und Ausschluß
  1. Der Austritt erfolgt durch schriftliche Mitteilung des Greifenträgers an die Bundesführung, sonstiger Mitglieder an die zuständigen örtlichen Gruppen-, Ortsring- oder Gauführer.

  2. Einen Ausschluß aus Gruppe, Ortsring, Gau und Bund nimmt das jeweilige verantwortliche Führungsgremium (Gruppenführer, Führungskreis, Gauthing, Bundeskapitel) vor, falls ein Mitglied sich der entsprechenden Gemeinschaft nicht einzufügen vermag oder eine Handlung vornimmt, die eine Gefährdung oder Schwächung des Bundes zur Folge hat.

    Greifenträger können nur durch das Bundeskapitel ausgeschlossen werden. Der Bundesführer kann Ausschlüsse vorbehaltlich der Zustimmung des Bundeskapitels vornehmen.

    Einspruch kann bei den entsprechenden Führungsgremien eingelegt werden.



C. Gruppen
  1. Die Mitglieder des Wandervogels Deutscher Bund schließen sich zu gemeinsamen Unternehmungen in Gruppen zusammen. Vor allem in diesen Gruppen werden die Zielsetzungen des Wandervogels Deutscher Bund verwirklicht.

  2. Es können je nach Alter und Zielsetzung getrennte Jungen- und Mädchengruppen oder gemischte Gruppen gebildet werden.

  3. Die Gruppen nehmen am jährlichen Bundeslager des Wandervogels Deutscher Bund zu Pfingsten teil und halten auch sonst Kontakt zum Bund.

    Der Bund ist jeder Gruppe zu dauernder praktischer und theoretischer Hilfe verpflichtet.



D. Ortsringe
  1. Um auch größere Vorhaben ausführen zu können und die Verbindung zu den übrigen Gruppen lebendig zu halten, schließen sich die Gruppen einer Stadt, einer Gemeinde oder eines Kreises zu Ortsringen zusammen. In diesen Ortsringen werden auch Einzelne erfaßt, die keiner Gruppe angehören.

    Neue Ortsringe bedürfen der Bestätigung durch das Bundesthing. Diese Bestätigung kann erfolgen, wenn sie aus mindestens zwei funktionierenden Gruppen bestehen.

  2. Bei wichtigen Entscheidungen, mindestens jedoch einmal im Jahr, findet ein Ortsringthing statt. Teilnahmeberechtigt sind alle Mitglieder des Ortsrings, stimmberechtigt sind jedoch nur dessen ständige Mitglieder.

    Das Ortsringthing wählt den Ortsringführer und den Ortsringkassenwart jeweils mit einfacher Mehrheit für die Dauer eines Jahres.

  3. Der Ortsring wird von einem Führungskreis geleitet, dem außer dem Ortsringführer und dem Ortsringkassenwart alle Gruppenführer des Ortsrings angehören. Außerdem können weitere Mitglieder berufen werden.

    Der Führungskreis eines Ortsrings wird in regelmäßigen Abständen, mindestens viermal jährlich vom Ortsringführer einberufen.
    Die Gruppenführer eines Ortsrings werden vom jeweiligen Führungskreis bestätigt und berichten diesem über ihre Gruppenarbeit.



E. Gaue
  1. Mehrere Ortsringe eines bestimmten geographischen Raumes können einen Gau bilden.

  2. Bei wichtigen Entscheidungen, mindestens jedoch einmal im Jahr findet ein Gauthing statt. Teilnahmeberechtigt sind alle Mitglieder des Gaues, stimmberechtigt jedoch nur die ständigen Mitglieder. Das Gauthing wählt den Gauführer und den Gaukassenwart jeweils mit einfacher Mehrheit für die Dauer eines Jahres. Ein Beschluß zur Auflösung des Gaues muß einstimmig erfolgen.

  3. Die Amtsinhaber der Ortsringe und Gaue halten untereinander ständig Verbindung und unterstützen sich gegenseitig in ihren Bestrebungen.



F. Bundesthing
  1. Das Bundesthing besteht aus den Greifenträgern des Bundes einschließlich der Bundesführung und ist das höchste Beschlußorgan des Bundes. Es findet in der Regel einmal im Jahr statt und zwar auf dem Bundeslager zu Pfingsten.

  2. Die Bundesführung lädt spätestens vier Wochen vor dem Bundesthing alle Ortsringe und die Inhaber der Bundesämter schriftlich dazu ein und gibt dabei die Tagesordnung bekannt.

  3. Berechtigt, am Bundesthing teilzunehmen, sind alle Mitglieder des Bundes, stimmberechtigt sind jedoch nur die Greifenträger. Bei Beitragsrückstand ruht ihr Stimmrecht, nach zwei Jahren erlischt es, kann aber durch Beschluß des Kapitels wieder aufleben.

  4. Das Bundesthing wählt mit einfacher Mehrheit für jeweils ein Jahr die Bundesämter: den Bundesführer, den Bundeskassenwart, die Kassenprüfer und den Leiter der Bundeskanzlei.

  5. Das Bundesthing bestätigt neue Ortsringe und kann den Ortring-Status auch wieder aberkennen

  6. Das Bundesthing legt die Höhe des Bundesbeitrages fest, der von allen Mitgliedern zu Anfang jeden Jahres zu entrichten ist.

  7. Jedes ständige Mitglied hat das Recht, dem Bundesführer Anträge und Erklärungen an das Bundesthing zu übermitteln. Der Bundesführer hat sie dem Bundesthing mitzuteilen. Über Anträge ist abzustimmen, wenn ein stimmberechtigter Greifenträger es verlangt.

  8. Wahlen und Abstimmungen erfolgen mit einfacher Mehrheit der stimmberechtigten anwesenden Greifenträger. Die Abberufung der Bundesführung bedarf einer 2/3-Mehrheit. Für Änderungen der Bundesregel ist ebenfalls eine 2/3- Mehrheit erforderlich.

  9. Der Beschluß zur Auflösung des Wandervogels Deutscher Bund muß einstimmig gefaßt werden. Zu diesem Tagesordnungspunkt muß mindestens acht Wochen vorher gesondert eingeladen werden.

  10. Zu einem außerordentlichen Bundesthing muß mindestens 4 Wochen vor seiner Durchführung eingeladen werden. Es wird vom Bundesführer einberufen, wenn es von ihm selbst, von einem Drittel der Stimmberechtigten des Bundeskapitels oder von wenigstens 20 stimmberechtigten Greifenträgern verlangt wird.

  11. Es wird ein Protokoll erstellt, das allen Ortsringen und den Inhabern der Bundesämter umgehend zugestellt wird.



G. Bundeskapitel
  1. Das Bundeskapitel plant die zentralen Unternehmungen des Bundes, entscheidet über alle grundsätzlichen Fragen und behandelt Streitfälle.

  2. Mindestens zweimal im Jahr tritt das Bundeskapitel zusammen. Der folgende Termin wird jeweils auf der vorhergehenden Sitzung festgelegt. Jedes stimmberechtigte Bundeskapitelmitglied sollte möglichst an allen Sitzungen teilnehmen.

  3. Berechtigt, am Bundeskapitel teilzunehmen, sind alle Mitglieder des Wandervogels Deutscher Bund, stimmberechtigt sind jedoch nur die Bundesführung sowie alle Ortsringführer oder ihre Vertreter. Nicht Stimmberechtigte werden von einzelnen Tagesordnungspunkten ausgeschlossen, wenn ein stimmberechtigtes Mitglied des Bundeskapitels dies verlangt. Dazu sollten Tagesordnungspunkte gehören, die die Aufnahme neuer Greifenträger oder Angelegenheiten einzelner Mitglieder betreffen.

  4. Die Beschlüsse des Bundeskapitels werden mit der einfachen Mehrheit der anwesenden stimmberechtigten Mitglieder gefaßt.

  5. Das Bundeskapitel schlägt dem Bundesthing die Besetzung der Bundesämter vor.

  6. Dem Bundeskapitel werden die Vorschläge zur Aufnahme als Greifenträger bekannt gegeben. Es kann in begründeten Fällen die Aufnahme mit 2/3-Mehrheit ablehnen.

  7. Außerordentliche Bundeskapitel finden auf Antrag der Bundesführung oder eines Drittels der stimmberechtigten Mitglieder des Bundeskapitels statt. Die Einladung zu einem außerordentlichen Bundeskapitel erfolgt mindestens zwei Wochen vorher.

  8. Es wird ein Protokoll erstellt, das allen Ortsringen und den Inhabern der Bundesämter umgehend zugestellt wird.



H. Bundesämter
  1. Die Bundesführung besteht aus dem Bundesführer und dem Bundeskassenwart. Sie führt den Bund gemäß den in Abschnitt I (Ziele) und II (Wege) genannten Vorgaben in Abstimmung mit dem Bundeskapitel. Sie bemüht sich besonders um die Einbindung möglichst aller Mitglieder in eine lebendige Bundesarbeit.

  2. Die Bundesführung vertritt den Bund nach außen.

  3. Dem Bundesführer obliegt es, das Bundesthing und die Sitzungen des Bundeskapitels vorzubereiten und einzuberufen.

  4. Der Bundesführer hält ständig enge Verbindung zu den Mitgliedern des Bundeskapitels sowie zu den Ortsring- und Gauführungen. Darüber hinaus bemüht er sich auch, den Kontakt zu den Gruppen und den Einzelnen des Bundes zu halten. Er nimmt Ideen der Mitglieder auf und befaßt sich auch mit deren Problemen.

  5. Der Bundeskassenwart hat in allen die Finanzen des Bundes betreffenden Fragen ein Einspruchsrecht.

  6. Die Amtszeit der Bundesführung läuft über ein Jahr. Eine Wiederwahl ist möglich.

  7. Die Kassenprüfer prüfen alle Kassen des Bundes.

  8. Der Leiter der Bundeskanzlei sammelt die Protokolle aller Bundesthinge und aller Sitzungen des Bundeskapitels. Außerdem führt er eine Liste aller Greifenträg